Ein Mikrofon mit Popschutz ragt von rechts ins Bild, im Hintergrund ist unscharf ein Notebook mit geöffnetem Schnittprogramm zu sehen.

Der Weg zur perfekten Nullnummer für deinen Podcast

Viele Podcasts starten mit einer Nullnummer, mit einer „Episode 0“. Die erfüllt einige wichtige Zwecke für deinen Podcast und in diesem Artikel möchte ich dir erklären, warum das sehr hilfreich ist. Außerdem werde ich beschreiben, was nach meiner Meinung in einer Nullnummer enthalten sein sollte und dir ein absolutes Negativbeispiel präsentieren. Und vermutlich wirst du aus diesem Text eine Empfehlung für die optimale Launch-Strategie für deinen Podcast ableiten können. Los geht’s!

Was sollte eine Nullnummer leisten?

Technisch hilft dir die Nullnummer dabei, deinen Podcast bekannt zu machen. So hast du vor dem eigentlichen Start deines Podcasts schon einmal etwas im RSS-Feed stehen und kannst auf dieser Grundlage deinen Podcast in den Verzeichnissen anmelden: Du kannst den Feed bei Apple Podcasts einreichen, bei fyyd eintragen usw usf. Außerdem hast du dann schon ein wenig Content in deinem begleitenden Blog und du kannst überprüfen, ob technisch alles funktioniert und welche Arbeitsschritte du in welcher Reihenfolge ausführen wirst, um künftige Episoden zu veröffentlichen.

Inhaltlich soll die Nullnummer Appetit auf deinen Podcast machen. Als Teaser auf das was die Hörerinnen erwarten können, steht sie in der Regel eine Zeit lang für sich allein, bevor die erste richtige Episode erscheint.

Was passiert in der Nullnummer?

In der Nullnummer stellst Du im Idealfall die Beteiligten und das Konzept des Podcasts vor. Stell dir das ruhig so vor, dass du jemanden neu triffst und ihm von deinem Projekt erzählst. Was muss die Person über dieses Projekt wissen? Genau das sollte in der Nullnummer deines Podcasts enthalten sein. Als nur so halb gutes Beispiel habe ich hier mal die Nullnummer von „What’s in your pants?“

Warum ist das nun nur so halb gut? Einerseits bekommt man einen ganz guten Einblick in die thematische Ausrichtung des Projekts und wie wir das angehen wollen. Auch im Miteinander bietet sie schon mal eine Idee davon, wie der Podcast so klingt und worauf man sich als Hörerin da vermutlich einlässt. Das ist der gute Teil.

Was dieser speziellen Nullnummer aber komplett fehlt: Die Hörerin lernt uns überhaupt nicht kennen, wir gehen viel zu schnell und viel zu tief ins Thema. Wir stellen uns kurz vor und ich sage, dass wir uns seit sechs oder sieben Jahren kennen. Was hier aber fehlt, ist zum Beispiel die Information, dass ich Toby von Anfang an als Toby kennengelernt habe. Natürlich hieß der Typ vorher mal anders, aber warum wir diesen Namen von Anfang an nicht verwendet haben, hätten wir auch gut mal erklären können.

Das Problem liegt darin, dass wir uns ohne große Vorbereitung an die Mikrofone gesetzt und drauf los gelabert haben. Ein paar Minuten nachdenken und so ein grobes Konzept hätten uns und den Hörerinnen hier sicher sehr geholfen.

Wie geht es besser?

Wie gesagt: Es hilft, wenn man sich vorher überlegt, worum es in der Nullnummer gehen soll. Das Ziel sollte meines Erachtens sein, dass alle Beteiligten sich und ihre Kompetenz zum Thema vorstellen, und dass dein Publikum einen Eindruck davon bekommt, worum es in deinem Podcast geht und wie das klingen wird. Wenn Du vielleicht schon vor dem Start einige Episoden aufgezeichnet hast, nimm die Nullnummer als Letzte auf! So bist du schon mehr im Flow und hast selbst ein Gefühl für das was du da machst. Und: Du kannst unter Umständen schon ein paar Audio-Schnipsel, ein paar Highlights bereit legen, die du in der Nullnummer präsentierst. Denn das ist der andere Zweck der Nullnummer: Dein Publikum soll Lust haben, deinen Podcast zu hören.

Du könntest deine Nullnummer auch vor ihrer Veröffentlichung einem ausgewählten Kreis von podcastaffinen Freunden zeigen und sie um inhaltliches Feedback bitten. Dabei sollten sie im Zweifel auch nicht an Kritik sparen, wenn ihnen etwas fehlt und sie sich nicht vorstellen können, was sie erwartet. Je nachdem wie ihr Urteil ausfällt, könntest du sogar die Nullnummer noch einmal neu produzieren.

Die Nullnummer als Teil deiner Start-Strategie

Es gibt sehr unterschiedliche Ansichten darüber, was du tun kannst, um deinem Podcast zu einem guten Start zu verhelfen. Zum Beispiel habe ich schon die Empfehlung gehört, dass man in den ersten 30 Tagen täglich eine Episode veröffentlichen sollte. Oder am Starttag schon mal direkt fünf bis zehn Episoden gleichzeitig raus hauen. Ich persönlich habe das nie so gemacht, das war mir immer zu viel Arbeit. Alle meine Podcastproduktionen sind direkt in den geplanten Takt gestartet.

Unabhängig davon, wie viel Aufwand du in den Start deines Podcasts investieren möchtest, gehört meines Erachtens die Nullnummer zwingend dazu. Denn damit behältst du die Kontrolle darüber, wann dein Podcast startet: Apple Podcasts, Spotify, Google und andere Podcastverzeichnisse brauchen immer eine Zeit lang, bis sie einen neuen Podcast auch wirklich in ihre Kataloge aufnehmen. Gerade Apple Podcasts lässt sich mit neuen Podcasts auch gern mal ein paar Tage lang Zeit. Diese Verzögerung entsteht aber nur für die Aufnahme in die Verzeichnisse, alle weiteren Episoden tauchen dann sehr zügig in den Verzeichnissen auf.

Hast Du eine Nullnummer, kannst du deinen Podcast dort schonmal eintragen und die erste „richtige“ Episode dann veröffentlichen, wenn du dir sicher sein kannst, dass sie auch in allen Verzeichnissen auffindbar ist. Denn sobald du die erste Episode veröffentlichst und sie etwa auf Social Media oder im Freundeskreis bewirbst, wird die erste Frage sein, ob du damit auch bei Spotify oder bei Apple Podcasts zu finden bist.

Außerdem kannst du schon mit der Nullnummer anfangen, eine Hörerinnenbasis aufzubauen. Sobald sie in den Verzeichnissen verfügbar ist, kannst du damit beginnen, Leute auf deinen neuen Podcast aufmerksam zu machen: Das geht über Social Media, vielleicht hast du schon länger ein Blog oder einen Newsletter, den du nutzen kannst. Erzähl den Leuten von deinem neuesten Projekt und animiere sie, den Podcast zu abonnieren. Und natürlich können auch deine „Testhörerinnen“ mit dazu beitragen, deinen neuen Podcast bekannt zu machen – wenn sie denn Lust dazu haben.

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