Ein Mikrofon mit Popschutz ragt von rechts ins Bild, im Hintergrund ist unscharf ein Notebook mit geöffnetem Schnittprogramm zu sehen.

Podcastempfehlungen mit dem Pocket Casts-Gutenberg-Block

Das mag jetzt ein wenig nischig sein: Wer mit WordPress blogt und dabei einzelne Podcastepisoden oder -feeds empfehlen möchte, hat seit Kurzem eine vergleichsweise einfache Möglichkeit dazu. Denn die Firma hinter WordPress, Automattic, hat kürzlich auch die populäre Podcast-App Pocket Casts gekauft, zum Open Source-Projekt gemacht und in WordPress integriert. Das Versprechen: Ohne viel Aufwand Podcasts in Blogartikel einbinden zu können. Ganz so einfach ist es leider nicht, in dieser Anleitung erkläre ich dir, wie das funktioniert.

Die offizielle Ankündigung dazu klingt ziemlich einfach: „Du willst eine Podcastepisode in dein WordPress-Blog einbinden? Easy, einfach den Block auswählen, Link rein, fertig.“ Dazu kann man aber nicht jeden Link benutzen. Ich habe bei Automattic nachgefragt und die Autorin der Anleitung, Yaell Rubinstein, hat mir das so erklärt: „Der Pocket Casts-Block nutzt eine Technologie namens oEmbed, um eine Version unserer Teilen-Seite in WordPress einzubinden“, schreibt sie. „Wenn man irgendeinen Link einfügt, kann der Block das nicht auswerten und würde einfach eine oEmbed-Version der verlinkten Website einbinden. Deshalb brauchst du den Link zu einer pca.st-Seite, den man über „Teilen“ in unseren Apps generieren kann.“ Ohne die Pocket Casts-App oder ein Nutzer*innenkonto bei Pocket Casts kommt man also nicht weit.

Den richtigen Link generieren

Ich nutze Pocket Casts eigentlich nicht und entsprechend habe ich dort auch keinen Account. Deswegen ist mein Weg der vermutlich Umständlichste von allen. Um eine Episode der Lage der Nation zu teilen, rufe ich sie in Pocket Casts auf und drücke auf das Symbol für „teilen“:

Logo des Podcasts "Lage der Nation", oben rechts im Screenshot ist rot umrandet das Symbol für "teilen": Ein Punkt von dem nach rechts jeweils diagonal nach oben und unten eine Linie abgeht, die auch in einem ähnlich großen Punkt endet.

Da bekomme ich dann die Auswahl, ob ich die aktuelle Wiedergabeposition oder pauschal die ganze Episode teilen möchte, bevor ich angeben kann, wohin ich diesen Link schicken möchte. Ich entscheide mich für die ganze Episode und eine Notiz-App, die zwischen Handy und PC synchronisiert. Dort erscheint dann also dieser Link: https://pca.st/episode/42d3b0b0-46e6-4157-838a-545ed24833ba, den ich am PC kopiere. In meinem Blogartikel füge ich nun einen neuen Block hinzu und wähle dabei den Pocket Casts-Block aus:

Screenshot des Einbettungsdialogs im Pocket Casts-Block für WordPress.

Und da kommt der Pferdefuß: Dieser Link funktioniert nämlich nicht mit dem Gutenberg-Block. Man muss den Link erst aufrufen und wird auf die Seite der Episode in Pocket Casts weitergeleitet. Der Link dieser Seite sieht so aus: https://pca.st/fxo9zy7o und wenn ich den in den Gutenberg-Block einfüge, bekomme ich einen schicken Webplayer, der diese Episode in meinem Blogartikel abspielbar macht:

Ich muss also die Episode in Pocket Casts teilen, den Link dazu im Browser öffnen und den Link dieser Seite in den Gutenberg-Block einfügen. Analog funktioniert das auch mit Feeds, wie du auf meiner Seite mit der Podcastsammlung sehen kannst. Das Prinzip ist komplett identisch.

Fallstricke & Datenschutz

Dieser Block eignet sich nicht dazu, einen eigenen Podcast mit WordPress zu veröffentlichen. Wenn du mit deinem Podcast bei einem spezialisierten Podcasthoster bist und der keine Optionen für schick gestaltete Shownotes anbietet, könnte ein WordPress-Blog mit dem Pocketcasts-Block eine Alternative sein.

Das ganze Einbettungs-Verfahren ist natürlich nur so mittelgeil. Wenn man einen Account bei Pocket Casts hat, ist das vermutlich alles viel einfacher, aber so häufig blogge ich nun auch nicht über einzelne Podcast-Episoden, als dass sich das für mich lohnen würde, dort einen Account anzulegen. (Auch wenn der kostenlos ist, ich brauche das einfach nicht.)

Und dann bleibt natürlich die Datenschutzfrage: „Was läd dieser Block alles nach?“, habe ich Automattic gefragt. Die Antwort von Yael Rubenstein ist: „Wir nutzen Google Analytics, um grundlegende Nutzungsdaten zu erhalten. Dabei wird ein Cookie gesetzt. Wir planen außerdem, anonymisierte Hörstatistiken zu erheben, um zu erfahren, wie oft Episoden abgespielt werden. So wollen wir herausfinden, wie nützlich diese Einbettungen für die Nutzenden sind, damit wir sie verbessern können.“ Außerdem werden Bilder und Shownotes von den Pocket Casts-Servern nachgeladen. Das Audio kommt vom Server des jeweiligen Podcasts, spielt jemand eine Podcastepisode in meinem Blog ab, zahlt das also in die Statistik des jeweiligen Podcasts ein.

Die Alternative

Es gibt noch eine zweite Möglichkeit, wie man eine Podcast-Episode in einen Blogartikel einbinden kann, WordPress hat nämlich noch einen weiteren „Podcast“-Block im Angebot:

Screenshot des "Podcast Player"-Blocks, in dem man den RSS-Feed eines Podcasts eintragen kann.

Wie du siehst, kannst du hier zunächst nur den kompletten RSS-Feed eines Podcasts eintragen. Das sieht in der default-Einstellung unter Umständen etwas klotzig aus:

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Wenn du den Block im WordPress-Backend anklickst, findest du rechts im Menü aber diverse Möglichkeiten, wie du die Darstellung verändern kannst:

Wenn du den gesamten Feed darstellen möchtest, kannst du auswählen, wie viele Episoden angezeigt werden. Diese Auswahlmöglichkeit verschwindet, wenn du im Feld darunter eine bestimmte Episode auswählst.

Außerdem kannst du festlegen, ob das Podcastlogo (Cover-Grafik), der Titel der Episode oder ihre Beschreibung angezeigt werden sollen. Und du kannst auswählen, in welchen Farben alles dargestellt werden soll. Die primäre Farbe bezieht sich dabei auf den Episodentitel, die sekundäre Farbe auf den Podcasttitel, die Beschreibung der Episode, den Playbutton und den Fortschrittsbalken. Die Auswahl für die Hintergrundfarbe erklärt sich selbst.

Hier mal eine angepasste Version dieses Players, der explizit die Lage-Episode 316 anzeigt:

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Die Auswahlmöglichkeiten sind hier einigermaßen begrenzt, wollen wir ehrlich sein: Schick ist das nicht. Ich habe keine Informationen dazu gefunden, was dieser Gutenberg-Block konkret nachläd, ob und wenn ja welche Cookies gesetzt werden und ob damit irgendwelche Statistiken zur Nutzung erhoben werden.

Fazit

Nachdem fyyd-Christian angekündigt hat, sein WordPress-Plugin mangels öffentlichen Interesses nicht mehr weiter maintainen zu wollen, scheint mir der Pocket Casts-Gutenberg-Block die nächstbeste Alternative zu sein. Die Datenschutzfrage mit Google Analytics umgehe ich damit, dass ich das Embed Privacy-Plugin installiert habe. Damit werden Cookies von Drittanbietern erst gesetzt, wenn man den eingebetteten Inhalt aufruft. Das funktioniert im Übrigen auch für eingebettete Tweets oder Youtube-Videos.

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